Backhäuser: Gemeinde Heroldstatt

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Backhäuser

In Mitten unserer beiden Ortsteile Ennabeuren und Sontheim, befinden sich zwei historisch wertvolle sowie gut erhaltene Backhäuser. Die Backhäuser werden regelmäßig von den ortsansässigen Interessenden der traditionellen Backkunst sowie von verschiedenen Vereinen und Gruppierungen genutzt. Der reguläre Backbetrieb findet im Rahmen von 6 festgelegten Backblöcken pro Ortsteil innerhalb eines Kalenderjahres statt. Die Termine finden Sie unter der Rubrik Kalender. Im Backhaus des Ortsteiles Ennabeuren besteht zudem unabhängig den genannten Backblöcken, die Möglichkeit einen Elektro-Steinbackofen zu nutzen. Bei Interesse und Rückfragen zum Backbetrieb dürfen Sie sich gerne an unseren Backhausmeister Herrn Anhorn unter der Mobiltelefon: 0151 46386698 wenden. Weitere Informationen zum allgemeinen Backhausbetrieb finden Sie in der aktuellen Benutzungsordnung (PDF-Datei).

Cosmas und Damian-Kirche mit ehemaligem Backhaus und Arrestgebäude in der Friedhofsmauer

Backhaus- und Dorffeste

Für alle Vereine ist es wohl das Größte und Schönste bei den - inzwischen zur Tradition gewordenen Dorffesten auf der Alb - ihre Gäste nicht nur musikalisch zu unterhalten, sondern sie vor allem mit köstlichen, frischen Holzofenbroten, Kümmel- oder Zwiebelkuchen (je nach Region und mundartlicher Färbung spricht man auch von Kümmich- oder Zwiebelblatz) aus den Gemeinde-Backöfen zu verwöhnen.

Kümmern sich in Heroldstatt-Ennabeuren die Mitglieder und Helfer der Albvereins-Trachtenkapelle (seit über 45 Jahren beim Dorfhock) um ihre Gäste, sind es in Sontheim beim Backhaushock die Helfer:Innen der Vereinsgemeinschaft. Und alle Besucher genießen die Schwäbischen Spezialitäten mit einer gewissen Selbstverständlichkeit, ohne sich groß Gedanken über die Entwicklung der Backhaustraditionen in den Orten zu machen.

Geschichtlich überliefert ist, dass in den Albdörfern bis ins 19. Jh. fast jeder Hofbesitzer einen eigenen Backofen besaß, was häufig zu Hausbränden führte. So schreibt die Heimathistorikerin Bischoff-Luithlen in „Der Schwabe und die Obrigkeit“, dass gemäßder Feuerpolizeiverordnung von 1785 "Commun Bedacht nehmen, öffentliche Wasch-, Dörr- und Backhäuser zu errichten und um einen leidentlichen Zins zu verleihen". Weil dies zunächst nicht beachtet wird ergänzt im Jahr 1808 eineGeneralverordnung: "da Backöfen in den Häusern gefährlich sind, sollen Commun-Backöfen, jedoch von öffentlichen Wegen und Chausseen entfernt, errichtet werden." Bereits beiseiner Reise zu Fuß von Tübingen nach Ulm berichtet der angehende Pfarrer Friedrich August Köhler im Jahr 1790 von einem öffentlichen Backhaus in Suppingen, das von den ärmsten Einwohnern benutzt wird.

Vorwort

Sowohl in Sontheim wie auch Ennabeuren waren jeweils zwei „Fleken-Bachhäuser“ vorhanden. Die zwei heute noch bestehenden standen in beiden Ortsteilen jeweils an der Unteren Hüle. Das Backhaus in Sontheim an der Oberen Hüle wurde im Jahr 1962 abgerissen, nachdem die Hüle ab 1960 aufgefüllt wurde. Dass es ehemals ein zweites Backhaus in Ennabeuren (in Verbund mit einem Arrestgebäude) gab geriet seit Generationen in Vergessenheit.

Das Gemeindearchiv in Heroldstatt gibt zwar keine Auskunft über die Ersterbauung von Backhäusern im Ort. Im Gegensatz zu heute ist davon auszugehen, dass die Backhäuser täglich beansprucht wurden, so dass durchschnittlich alle 4-5 Jahre umfangreiche Reparaturen erforderlich wurden. Einträge im Brandversicherungskataster und den Gemeinderatsprotokollen ab den 1820er Jahren lassen erahnen, mit welchen stets wiederkehrenden Problemen der Backmeister bzw. die Backmeisterin, die dafür bis in die 1940er Jahre jährlich 10 Mark erhielten, zu kämpfen hatten, so dass hin und wieder „fast Blut geflossen sei“ und auch der Polizeidiener für Ordnung sorgen musste.

Backhäuser in Sontheim (stichpunktartig Auszüge aus GR-Protokollen)

April 1838: Streitigkeiten bey den Gemeinde-Backöfen, daß wenn ein oder zwei Tag nicht gebacken wurde, so will keiner das Erste backen wagen (..). Beschloßen: Daß Jedes welches zum Los ziehen kommt und ihn die erste Nummer trifft, selbigen Tag bey einer Strafe (1 Gulden) gebacken werden muß (..) außer Tausch mit einem anderen.

September 1867: Wegen vorkommen der Unordnungen, und beim Losen des Backens in den Gemeinde-Baköfen es wohl zwekmäßig sein würde, zwei Backmeister aufzustellen.

November 1962: Obere Hüle wurde aufgefüllt. Oberes Backhaus wird abgerissen.

Backhäuser in Ennabeuren

Die Backtradition in Ennabeuren besteht seit über 200 Jahren!

Bereits im Jahr 1819 wird erstmals im Gebäudebrand-Versicherungskataster „Flecken-Backhaußbei der Untern Wasserstell (oben eine Dörre)“ erwähnt.

Mitte des 19. Jahrhunderts sind vereinzelt Reparaturen am Backofen in der Hülbenstraße durchzuführen. Im Oktober 1918 stellt der Gemeinderat fest, dass „das Backhaus immer mehr baufälliger und mangelhaft wird, so daß mit Reparaturen nicht mehr geholfen werden kann“. Im Frühjahr 1919 wird „auf Anraten von Schultheiß Köpf“ in der Gemeinde Hausen, ein neu erstellter Gemeinde-Backofen besichtigt. Obwohl man nur Lob über den Ofen „in wirklich tadelloser Ausführung“ hört, protestieren 136 Bürger und verlangen, dass „ein Doppelbackhaus mit Licht und Wasser erstellt werden soll“. Seit diesem Zeitpunkt steht das heute noch benutzte Doppelbackhaus in Ennabeuren.

Anbau einer Gemeindewaschküche am Backhaus (Hülbenstr.)

Langwierige Verhandlungen standen für den Gemeinderat an, als eine – ehemals im Molkereigebäude bestehende Wasch-und Badeanstalt- neu geplant wurde.

Letztendlich wurde (nach einigen Sitzungen und Debatten im Gemeinderat über den möglichen Standort- u.a. der ehemalige Rathausgarten in der Münsinger Str. - im Frühjahr 1955 der Bau einer Gemeinde-Waschküche südlich an das Backhaus genehmigt, wo es als solches bis in die 1980er Jahre betrieben wurde.

Jahrzehnte zuvor - In den 1930er Jahren - hatte der Albvereins-Vorstand Fritz Koch dort ein Albvereins-Plätze eingerichtet. Aber im Jahr 1933 wurde auf Anregung des Gde.-Rates Unsöld an diese Stelle ein Hitlerdenkmal erstellt. Die Kreisleitung der NSDAP Münsingen teilte jedoch im Januar 1934 mit, dass lt. Erlass des Führers, Denkmale, die für den Führer errichtet wurden, zu entfernen sind. Darunter fiel auch das, im Vorjahr in der Gemeinde errichtete Ehrenmal. Die Kreisleitung schlägt vor, das Ehrenmal in ein solches für Horst-Wessel[1] umzuwandeln, damit die Opfer nicht umsonst gebracht worden seien. Beschluß des Gemeinderates: 1) Das am Gedenkstein angebrachte Hitler-Relief zu entfernen, 2) den Platz in einen AH-Platz umzubenennen.

In Vergessenheit geraten ist das Backhaus - an der Kirchhofmauer in der Ulmer Str. 1-  das bis um 1850 als Armenhaus (max. 30 m²) verwendet wurde.

Was völlig unbekannt ist, dass dort auch ein Arrestgebäude untergebracht war.

Hatte Ennabeuren im Jahr 1823 noch 562 Einwohner, wuchs die Bevölkerung bis zum Jahr 1846 auf 777 Einwohner an, was einem enormen Zuwachs von 38% entspricht.

Das veranlasste die Gemeinde, ein weiteres Backhaus im Jahr 1836 zu erstellen und zwar „neu erbautes Gefängniß und Backhaus oben im Dorf an der Straß gegen Feldstetten und an der Kirchenmauer; im Backhaus keine Dörre“ (Quelle: Gebäudebrand-Versicherung). Eine ungewöhnliche Kombination aus Gefängnis, Backhaus und Armenhaus, die für die Einwohnerschaft als solche jahrzehntelang nicht erkennbar war, bis der Verfasser im Gemeindearchiv fündig wurde.

Den Archivunterlagen ist zu entnehmen, dass das Gefängnis 1847 an „Schmied“ Weberruß verkauft wurde, damit er dort seine Kohlenkammer einrichten konnte. Schmied Weberruß wohnte in der Steinstetter Straße vis á vis, wo seine im Januar 1942 abgebrannte Schmiedewerkstatt stand. Die Nachfolgefamilien nutzten bis vor wenigen Jahren das einstige Gefängnis als Garage.

Das ehemalige Backhaus an der Friedhofmauer wurde nach dem Bau des neuen Doppel-Backhauses in der Hülbenstraße nicht mehr gebraucht und, nach Abbruch des Totenhäuschen auf dem Friedhof im Jahr 1936, als Geschirrhaus für den Totengräber verwendet.

[1] Sturmführer der SA, Nachdem Wessel von KPD-Mitgliedern getötet worden war, stilisierte ihn die NS-Propaganda zu einem „Märtyrer“

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