47. Dorfhock in Ennabeuren mit Einweihung der neugestalteten Ortsmitte
Mehrere Jahre wurde die Neugestaltung der Ortsmitte in Ennabeuren geplant, ein Jahr lang fand die Umsetzung statt. Jetzt konnte das überaus gelungene Ensemble – verkehrssicher und barrierefrei, modern und lebendig - beim traditionellen Dorfhock der Trachtenkapelle und des Schwäbischen Albvereins freigegeben und mit Leben gefüllt werden. „Überzeugen Sie sich, wenn Sie Bedenken gegen dieses Projekt hatten. Schaffen Sie Wohnraum, wenn Sie gerne unter Menschen wohnen, und kehren Sie ein, wenn Sie beisammen sein wollen“, fordertet Bürgermeister Michael Weber die zahlreich gekommene Bürgerschaft auf. Gemeinsam mit engagierten Planern, fleißigen Handwerkern, einem hochmotivierten Verwaltungsteam und natürlich einer großzügigen Landesförderung in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro - rund 50 Prozent der Gesamtkosten - seien notwendige Maßnahmen durchgeführt worden, die auch noch Raum zum Gestalten ließen. So etwa mit dem Anbau an das Backhaus, durch den nun ein Café gewonnen werden konnte, das als „finNY“ Café Bar ab dem 3. September mit Betreiberin Manuela Allmendinger seine Pforten öffnet. „Es geht nicht nur um Zahlen, Daten und Fakten, sondern ganz besonders um die Lebensqualität der Menschen, für die wir uns gemeinsam einsetzen“, machte Michael Weber in Richtung des anwesenden Regierungspräsidenten Klaus Tappeser, Landtagsabgeordneten Manuel Hagel und Wolfgang Koller vom Fachdienst Ländlicher Raum und Kreisentwicklung beim Alb-Donau-Kreis, deutlich. Gelingen konnte dieses Vorhaben laut Weber nur mit einer Bürgerschaft, die wusste, was sie will: einen Ortskern als Wohnraum, der die Aufenthaltsqualität steigert, die historische Backkultur erhält und letztlich wieder in Heroldstatt eine Gastronomie schafft, wo Einkehr und Zusammenkunft möglich ist. Der Gemeinderat habe sich der Herausforderung gestellt und diese Gemeindeentwicklung als Chance gesehen. „Beherzt wurden die Anliegen der Bürgerschaft angepackt“. Dabei wurde die Kommune vom Alb-Donau-Kreis unterstützt, der nicht nur die Notwendigkeit der städtebaulichen Erneuerung bescheinigte, sondern auch die Finanzierbarkeit dieses umfassenden Sanierungsprojekts auf Herz und Nieren geprüft hatte. Nun gilt es laut Weber, die frisch sanierte Ortsmitte mit Leben zu füllen. Das sei dank der neuen „finNY“ Café Bar von Manuela Allmendinger möglich. Für die Ennabeurerin ein „Herzensprojekt“, war sie doch schon als Kind mit Oma und Opa im Backhaus zugange. Sie wolle einen Wohlfühlort mit kulturellen Akzenten, Kaffee, hausgemachten Kuchen, kleinen Speisen, Weinen und Cocktails schaffen. Für den Landtagsabgeordneten Manuel Hagel zeigt dieses Projekt, was möglich ist, wenn Verwaltung, Gemeinderat, Land und Bürger an einem Strang ziehen. „Im ländlichen Raum läuft´s, weil alle mit anpacken“, meinte Hagel. Es brauche Versammlungsorte in den Ortskernen, die Identität stiften und ein Zusammenkommen ermöglichen. „KI ist wichtig, aber Brotbacken und Wurstsalat genauso“. Regierungspräsident Klaus Tappeser bezeichnete die neue Ortsmitte als weiteren Mosaikstein in Heroldstatt. Sie schaffe Aufenthaltsqualität und Gemeinschaft. Für Wolfgang Koller vom Alb-Donau-Kreis ging das Geschaffene weit über eine normale Baustelle hinaus. Hier sei in die Zukunft investiert worden: das historische Backhaus wurde liebevoll restauriert und mit dem neuen Café ein Ort der Begegnung, ein Treffpunkt für ein soziales Miteinander geschaffen. „Auf dem Dorfplatz trifft man sich, man schwätzt ein bisschen und guckt, wer sonst noch kommt. Das ist gelebte Kommunikation und ein starkes Symbol für eine lebendige Dorfgemeinschaft“, sagte er und lobte die Gemeinde Heroldstatt, die mit „Umsicht und Weitsicht“ diesen neuen Platz angelegt hat. Städteplaner Clemens Künster blickte zurück auf die jahrelangen Überlegungen für eine Neugestaltung, deren Samen bereits mit dem früheren Bürgermeister Karl Ogger gelegt worden waren. Er sprach von einem „ganzheitlichen Projekt“, das Aufenthaltsqualität schaffe und die Dorfgemeinschaft stärke. Und da Erfolg wie ein gutes Brot ist, das mit besten Zutaten gebacken wird, holte er all die beteiligten „Bäcker“ dieses Projektes auf die Bühne. Pfarrer Karl Enderle und Pfarrerin Irmela Burkowitz weihten den Platz und gaben ihn für die Festlichkeiten der Dorfhockete frei. Martin Heilig, Vorsitzender der veranstaltenden Vereine, lud alle Gäste ein, die gemütliche Atmosphäre, das leckere Essen und die Gesellschaft zu genießen. Musikalisch umrahmt wurde der Festauftakt von der Gemeinschaftsjugendkapelle Laichingen-Ennabeuren LENA, am Sonntag spielten die Musikvereine Sontheim und Ennabeuren zur Unterhaltung auf.
Autorin Maria Bloching Freie Journalistin













